EU-Fit-for-55-Paket: eine gute Lösung für Unternehmen, die Energiemanagementsysteme und Energieaudits durchführen?

23. July 2021 von Erika Maugeri
EU-Fit-for-55-Paket: eine gute Lösung für Unternehmen, die Energiemanagementsysteme und Energieaudits durchführen?

Die Europäische Kommission hat ein neues Paket von Vorschlägen mit dem Titel "Fit for 55" in Umlauf gebracht.

Mit diesem Paket sollen die Klimaschutzziele für 2030 erreicht und der sehr beliebte EU Green Deal umgesetzt werden. Die aktualisierte EED wird die EU-Energieeffizienzziele verbindlich machen und gleichzeitig eine zusätzliche Senkung des Energieverbrauchs um 9 % bis 2030 im Vergleich zum Szenario 2020 sicherstellen. Die wichtigsten Punkte, die hervorzuheben sind, sind vor allem zwei: Eine neue Änderung der EED zu Artikel 8 wird die Mitgliedstaaten verpflichten, dafür zu sorgen, dass KMU mit einem durchschnittlichen Jahresverbrauch von mehr als 100 TJ Energie in den letzten drei Jahren ein Energiemanagementsystem einführen. Die neue EED würde KMU und Nicht-KMU die Instrumente an die Hand geben, um angemessene Energieeffizienz- und Umweltmanagementsysteme zu implementieren, effizienter zu arbeiten, mehr Energie zu sparen und auf dem Markt wettbewerbsfähiger zu sein. Eine weitere Änderung sieht vor, dass KMU alle vier Jahre ein Energieaudit durchführen müssen, und zwar auf kosteneffiziente Weise und mit Qualitätskontrollen.


mehr zum Thema   #energieaudits  #klimawandel  #europäische kleine und mittlere unternehmen 


Am 14. Juli 2021 hat die Europäische Kommission ein neues Paket von Vorschlägen mit dem Namen "Fit-for-55-Paket"in Umlauf gebracht, um die Klimaschutzziele für 2030 zu erreichen und den sehr beliebten EU Green Deal zu bewältigen.

Das vorgeschlagene Paket trägt aktiv dazu bei, das Ambitionsniveau der EU im Rahmen des Klimawandels und der damit verbundenen Politik zu erhöhen, da es legislative Instrumente und Maßnahmen für mehrere kritische Sektoren vorsieht.

Mit dem Ziel, den EU Green Deal Realität werden zu lassen, wird dieses Paket für neue und bestehende Sektoren gelten:

 

 

Unter den aufgelisteten ist die Überarbeitung der Energieeffizienz-Richtlinie (EED) vielleicht der wichtigste Schritt, den die EU fordern könnte, um das Motto "Energieeffizienz zuerst" in der Politik und den Investitionsprogrammen anwendbar und effektiv zu machen. Nach dem Vorschlag der Kommission wird die aktualisierte EED die EU-Energieeffizienzziele verbindlich machen und gleichzeitig eine zusätzliche Reduzierung des Energieverbrauchs um 9 % bis 2030 im Vergleich zum Szenario von 2020 sicherstellen.

Auf nationaler Seite bedeutet dies eine Verdoppelung der Energieeinsparverpflichtung (festgelegt in Artikel 8 der EED) für die EU-Länder, um das Ziel zu erreichen und jedes Jahr neue Einsparungen in Höhe von 1,5 % des Endenergieverbrauchs von 2024 bis 2030 zu erzielen, gegenüber dem derzeitigen Niveau von 0,8 %. Diese Richtlinien sind entscheidend, um Energieeinsparungen in Endverbrauchssektoren wie Gebäuden, Industrie und Transport voranzutreiben.

Ein weiteres Schlüsselelement der aktualisierten EED betrifft vor allem die Einführung von Energiemanagementsystemen als Standardverpflichtung für große Energieverbraucher sowie eine Änderung des Anwendungsbereichs der Energieaudit-Verpflichtung von der Definition kleiner und mittlerer Unternehmen (KMU) auf den Energieverbrauch.

 

Doch wie wirken sich diese Neuregelungen auf die Durchführung von Energieaudits und Energiemanagementsystemen nach Artikel 8 der Richtlinie aus?

Es sind vor allem zwei Punkte hervorzuheben:

 

  1. Eine neue Änderung der EED zu Artikel 8 wird die Mitgliedsstaaten dazu verpflichten, sicherzustellen, dass KMU mit einem durchschnittlichen jährlichen Energieverbrauch von mehr als 100 TJ in den letzten drei Jahren ein Energiemanagementsystem einführen, das von einer unabhängigen Stelle und gemäß den europäischen oder internationalen Normen zertifiziert ist.
  2. Eine weitere Änderung sieht vor, dass die Mitgliedstaaten sicherstellen müssen, dass KMU mit einem durchschnittlichen Jahresverbrauch von mehr als 10 TJ Energie in den vorangegangenen drei Jahren, die kein Energiemanagementsystem eingeführt haben, alle vier Jahre ein Energieaudit auf kosteneffiziente Weise und mit Qualitätskontrollen durchführen, die sowohl die Gültigkeit als auch die Genauigkeit des Audits sicherstellen. Die Ergebnisse der Energieaudits müssten dann im Jahresbericht des Unternehmens veröffentlicht werden.

 

 

Energieaudits sollten von den Unternehmen auf freiwilliger und unabhängiger Basis durchgeführt und von den Mitgliedstaaten, einer zuständigen Behörde oder einer beauftragten Stelle, wie der Kommission, beaufsichtigt werden. Andernfalls ist ein Unternehmen, das einen Energieleistungsvertrag umsetzt, von den beiden vorgenannten Bedingungen befreit.

 

Falls der Jahresverbrauch des Unternehmens nicht auf eine der oben genannten Bedingungen zutrifft, müssen die Mitgliedstaaten KMUs und/oder Nicht-KMUs ermutigen, an Programmen zur Durchführung von Energieaudits und den daraus resultierenden Empfehlungen teilzunehmen.

 

Was bedeutet das in der Praxis? Die neue EED wird KMUs und Nicht-KMUs die Werkzeuge an die Hand geben, um angemessene Energieeffizienz- und Umweltmanagementsysteme zu implementieren, um effizienter zu sein, mehr Energie zu sparen und auf dem Markt wettbewerbsfähiger zu sein.

 

Aus diesem Grund scheint das neue "Fit for 55"-Paket sowohl für die Ambitionen der EU als auch für die europäischen KMU gut geeignet zu sein, auch wenn seine effektive Anwendung die gemeinsamen Anstrengungen aller europäischen Länder, von den Mitgliedsstaaten bis hin zu den einzelnen Personen, erfordert.

 

 

Relevante Links: