Türkei: Strategie zur Energieeffizienz in der Industrie

16. October 2016 von Rod Janssen
Türkei: Strategie zur Energieeffizienz in der Industrie

Die Türkei schafft die Grundlage für eine wirksame Strategie zur Steigerung der Energieeffizienz in der Industrie. Energieeffizienz ist eine erklärte Priorität sowohl für die Energie- als auch für die Klimaschutzpolitik der Türkei. Die Türkei plant die Umsetzung der EU-Energieeffizienzrichtlinie. Die Weltbank hat kürzlich über 200 US-Dollar für Energieeffizienzprojekte in KMU bereitgestellt. Im Jahr 2016 wurde geschätzt, dass etwa 100 von 1.200 großen energieintensiven Industrieanlagen die Norm anwenden. Ein UNDP/UNIDO-Projekt unterstützt die Entwicklung von Energiemanagementeinheiten in organisierten Industriezonen. OIZs sollen es Unternehmen ermöglichen, in einem investorenfreundlichen

freundlichen Umfeld mit gebrauchsfertiger Infrastruktur und sozialen Einrichtungen. Eine wichtige Entwicklung ist, dass sich Energiemanagementsysteme (ISO 50001) in dem Land durchgesetzt haben. Schätzungsweise 100 von 100 großen Industrieanlagen haben die Norm im Jahr 2016 angewandt.

Das Land hat 2016 insbesondere die Erstausbildung von Fachleuten in Unternehmen veranlasst und Experten zu One-Stop-Experten ausgebildet.


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Die Türkei schafft die Grundlage für eine effektive industrielle Energieeffizienz-Strategie

Energieeffizienz ist eine erklärte Priorität sowohl für die Energie- als auch für die Klimapolitik der Türkei. Als Gründungsmitglied der Internationalen Energieagentur hat die Türkei Energieeffizienz als einen wichtigen langfristigen Politikbereich betrachtet. In den 1980er Jahren begann die Türkei mit einigen Energieeffizienz-Aktivitäten, die bis heute andauern - verpflichtende Datenberichterstattung und Energiemanager für die Großindustrie und große Gebäude, Bewusstseinsbildung und institutionelle Koordinierung, um nur einige zu nennen. Die aktuelle Strategie deckt alle Endverbrauchssektoren ab, wobei dem Industriesektor eine hohe Priorität eingeräumt wird. Der Sektor verbraucht 34 % des gesamten Endverbrauchs und folgt damit nur dem Wohn-/Gewerbesektor. Wichtig ist, dass die verarbeitende Industrie mit einem Anteil von ca. 24 % am Gesamt-BIP einer der Hauptmotoren der türkischen Wirtschaft ist.

Die wichtigsten Faktoren für die Verbesserung der Energieeffizienz in der Türkei sind:

  1. Verbesserung der Energiesicherheit
  2. Senkung der Importe und der Gesamtenergierechnung
  3. Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit der stark auf den Export ausgerichteten und sehr energieintensiven Industrie
  4. Verbesserung der Energiedienstleistungen für alle Verbraucher
  5. Senkung des Kohlenstoffverbrauchs im gesamten Energiesystem
  6. Verringerung der gesamten Umweltbelastung (einschließlich Luftqualität).

Die aktuelle Energieeffizienzstrategie wurde 2012 verabschiedet und sieht eine Reduzierung der Gesamtenergieintensität (die Menge an verbrauchter Energie pro BIP-Einheit) um mindestens 20 % bis 2023 vor, wobei das Jahr 2011 als Basisjahr dient. Für die Industrie gibt es ein Unterziel, die Energieintensität in jedem Teilsektor der Industrie bis 2023 um mindestens 10 % zu reduzieren.

Übernahme von EU-Richtlinien

Die Türkei plant die Umsetzung der EU-Energieeffizienz-Richtlinie, die einige Verpflichtungen für den Industriesektor enthält, und hat bereits damit begonnen, einige Elemente dieser Richtlinie umzusetzen (z. B. die Vorbereitung des nationalen Energieeffizienz-Aktionsplans). Die Türkei hat auch die Ökodesign-Richtlinie und die Energiekennzeichnungs-Richtlinie umgesetzt, zum großen Teil, um für ihre Produkte Zugang zum großen EU-Markt zu haben.

Energieeffizienz-Aktivitäten, von OIZs bis ISO50001

Energieeffizienz-Aktivitäten im Industriesektor kombinieren sowohl staatliche Initiativen als auch multilaterale/bilaterale Unterstützung. Es wird die gesamte Palette politischer Instrumente eingesetzt. Dazu gehören finanzielle Anreize, Energieaudits, verpflichtende Berichterstattung über den jährlichen Energieverbrauch für die Großindustrie, verpflichtende Energiemanager, Zertifizierung von Energiemanagern, Lizenzierung von Energieaudit-Unternehmen und Förderung des Energiemanagements. Bilaterale und multilaterale Projekte haben einen starken Beitrag geleistet. Die Europäische Bank für Wiederaufbau und Entwicklung verfügt über einige große Fonds für nachhaltige Energie. Eines der Hauptziele der EBRD ist es, die Entwicklung von Kleinst-, Klein- und Mittelunternehmen (KMU) zu unterstützen, die für die Förderung einer privatwirtschaftlichen Entwicklung von entscheidender Bedeutung sind. Sie hat die Turkey Sustainable Energy Financing Facility (TurSEFF) sowie die Turkey Mid-size Sustainable Energy Financing Facility (MidSEFF). Die Weltbank hat kürzlich über 200 US-Dollar für Energieeffizienzprojekte in KMUs bereitgestellt.

Es gibt zwei wichtige Entwicklungen in der Türkei, die auf großes Interesse stoßen. Ein UNDP/UNIDO-Projekt zur industriellen Energieeffizienz hat unter anderem zwei sehr interessante Elemente: Es hilft bei der Entwicklung von Energiemanagementeinheiten in Organisierten Industriezonen und fördert Energiemanagementsysteme (im Wesentlichen ISO 50001) durch gezielte Schulungen und Informationen.

Organized Industrial Zones (OIZ) sollen es Unternehmen ermöglichen, in einem investorenfreundlichen Umfeld mit gebrauchsfertiger Infrastruktur und sozialen Einrichtungen zu arbeiten. Die in den Zonen vorhandene Infrastruktur umfasst Straßen, Wasser, Erdgas, Strom, Kommunikation, Abfallbehandlung und andere Dienstleistungen. In der Türkei sind etwa 150 davon aktiv. Das Projekt für industrielle Energieeffizienz arbeitet daran, in einer ausgewählten Anzahl von ihnen Energiemanagementeinheiten einzurichten. Sechs der OIZs wurden inzwischen geschult und verfügen über Messgeräte, die durch das UN-Projekt bereitgestellt wurden. Sie haben auch Aufklärungsmaterial erhalten, das sie verteilen können. Die Idee ist, dass die Unternehmen innerhalb der OIZs sich mehr und mehr auf die EMUs verlassen, wenn es um technische und programmbezogene Informationen geht. Auf der Programmseite ist es wichtig, dass die EMUs zum Beispiel alle im Land verfügbaren Finanzierungsmechanismen kennen. Sie werden sozusagen zu One-Stop-Shops. Diese EMUs helfen bei der Bewusstseinsbildung, können Schulungen organisieren, können Finanzinstitutionen ermutigen, für ihre Dienstleistungen zu werben, und so weiter. In einem neuen Projekt der Weltbank werden sie auf dem Erfolg der OIZs weiter aufbauen.

Die zweite wichtige Entwicklung ist, wiepopulär Energiemanagementsysteme (ISO 50001) geworden sind. Im Jahr 2016 wurde geschätzt, dass etwa 100 von 1.200 großen energieintensiven Industrieanlagen den Standard anwenden. Vor allem das UN-Projekt hat für eine Erstausbildung von Experten in Unternehmen gesorgt und auch viele lokale Experten zu Trainern ausgebildet. Außerdem werden einige Experten zu leitenden Auditoren für die Bewertung der Energieleistung ausgebildet. Die ISO 50001 wird immer beliebter, da die Unternehmen die Bedeutung eines integrierten unternehmensweiten Ansatzes erkennen. Erste Anzeichen zeigen auch, dass die Unternehmen, die ihre Zertifizierung erlangen, auch beginnen, in Energieeffizienzmaßnahmen zu investieren.

Gibt es noch mehr zu tun? Zweifelsohne kann die Türkei ihre Politik und ihre Programme in Bezug auf die Industrie verstärken. Sowohl die großen energieintensiven Industrien als auch die KMUs brauchen Hilfe und Ermutigung. Sie hat gute Fortschritte gemacht und kann auf eine starke gesetzliche Grundlage bauen, auf der sie aufbauen kann.