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Klimaschutz im Unternehmen sichert die Zukunft

05. Juli 2021 von Andreas Kuehl
Klimaschutz im Unternehmen sichert die Zukunft

In Unternehmen ist es heute wichtig, eigene Maßnahmen für den Klimaschutz zu ergreifen. Denn sie stehen nicht nur unter dem Druck, die gesteckten politischen Ziele zu erreichen. Der Klimawandel gefährdet ihre langfristige Wirtschaftlichkeit und Arbeitsfähigkeit. Hinzu kommt, dass Investoren, Kunden und Mitarbeiter zunehmend ein Engagement verlangen, das die Folgen des Wirtschaftens reduziert. 


Dieser Beitrag zeigt, was sie tun können und wo sie Vorreiter im Klimaschutz finden. Wer noch nach Argumenten sucht, findet hier ebenfalls erste Antworten.


Klimaschutz im Unternehmen umsetzen

Schöne Marketingsprüche über Klimaschutz werden heute nicht mehr ernst genommen. Glaubwürdige Aktivitäten des Unternehmens müssen sichtbar sein – nur eine Kompensation der Emissionen gehört jedoch nicht dazu. Daher setzen sich immer mehr Unternehmen eigene Ziele zur Reduzierung der Emissionen. Sie wissen, es geht um die eigene Zukunfts- und Wettbewerbsfähigkeit.


Einige engagierte deutsche Unternehmen vernetzen sich in der Initiative Klimaschutz-Unternehmen. Sie präsentieren sich als Vorreiter in der Optimierung der Nutzung von Energie und für Klimaschutz im Betrieb. Neue Unternehmen müssen sich einem Auswahlverfahren stellen, dürfen dafür mit der Auszeichnung als “Klimaschutz-Unternehmen” werben.


Vorreiter Unternehmen: zum Nachmachen und Mitmachen 

Der Weg zu einem klimaneutralen Unternehmen ist eine ambitionierte Aufgabe. Es gibt einige Vorreiter, die sich dieser Aufgabe gestellt haben und ihre Erfahrungen weitergeben. 


Die Initiative Klimaschutz-Unternehmen ist ein Zusammenschluss von 46 deutschen Unternehmen, die konsequent auf die Umsetzung von Klimaschutz setzen. Sie haben bereits zahlreiche Projekte für Energieeffizienz und Klimaschutz umgesetzt und sich freiwillig den messbaren und ehrgeizigen Zielen verpflichtet, die sie stetig weiter entwickeln. 

Das zeichnet die Klimaschutz-Unternehmen aus:

  • Ambitionierte Ziele mit einer regelmäßigen Analyse und Überprüfung, sowie einer kontinuierlichen Verbesserung der Verfahren und Prozesse.
  • Zukunftsfähige Geschäftsmodelle mit Produkten und Dienstleistungen, die zum Klimaschutz beitragen
  • Aktiver Wissenstransfer durch eine Weitergabe der eigenen Erfahrungen und praxiserprobten Lösungen für den Klimaschutz


Unternehmen, die sich angesprochen fühlen und die klimapolitischen Ziele Deutschlands unterstützen, können Mitglied der Vorreiter-Initiative Klimaschutz-Unternehmen werden. Wichtig ist, dass sie engagiert die Klimaschutzziele verfolgen und bereits vorbildliche Leistungen bei Nachhaltigkeit und Energieeffizienz erbracht haben.


In einer aktuellen Bewerbungsrunde können sich Unternehmen, die Klimaschutz als strategisches Unternehmensziel erfolgreich verfolgen, bis zum 31. Juli 2021 um die Aufnahme bewerben. Ein Online-Tool hilft bei der ersten Einschätzung der Erfolgsaussichten. Am Ende des Bewerbungsverfahrens entscheidet ein unabhängiges Expertengremium über die Aufnahme. 


Gründe für Unternehmen, auf Klimaschutz zu setzen

Klimaschutz ist nicht nur eine Aufgabe für unser Privatleben – in der Wirtschaft ist es mindestens so wichtig, einen Beitrag zur Reduzierung der CO2-Emissionen zu leisten. Das liegt nicht nur am wachsenden Druck des Gesetzgebers, auch Kunden, Investoren und Mitarbeiter verlangen zunehmend, dass Unternehmen ihren Anteil zur Klimaneutralität beitragen.


Viele Unternehmen übernehmen schon längere Zeit soziale und ökologische Verantwortung. Börsennotierte Unternehmen müssen bereits seit 2017 einen Bericht vorlegen, der auf nichtfinanzielle Aspekte eingeht. Dieser CSR-Bericht listet alle Aktivitäten zu sozialen und ökologischen Belangen auf. Der ökologische Bereich gewinnt dabei zunehmend an Bedeutung, denn als Folge des Green Deal der EU spielen Nachhaltigkeitsrisiken auf dem Finanzmarkt, inzwischen eine größere Rolle.


Ein weiterer Grund: Bereiche der Wirtschaft sind zunehmend vom Klimawandel betroffen. Wetterextreme, wie Starkregen, extreme Hitze und Dürre, sorgen für höhere Kosten im Einkauf, der Energieversorgung oder Bewässerung. Sie verursachen längere Lieferzeiten, wenn die Produktion in anderen Regionen eingeschränkt ist oder zum Erliegen kommt.


Das zeigt, wie wirtschaftliche Faktoren zunehmend eine Rolle spielen. Energie wird immer teurer – nicht nur auf dem Strommarkt. Auch die Kosten für fossile Energien werden durch den Emissionshandel oder die CO2-Bepreisung noch deutlich steigen. 


Das wirtschaftliche Risiko des Klimawandels wird größer und die Zukunft immer schwerer planbar. Eine Verringerung der Emissionen bis hin zum klimaneutralen Betrieb erhöht Sicherheit und Planbarkeit der Kosten und Lieferfähigkeit für die Zukunft.


Wege zum klimaneutralen Unternehmen

Es gibt für Unternehmen in Industrie, Gewerbe, Handel und Dienstleistung eine ganze Reihe von Möglichkeiten, ihre Emissionen zu reduzieren. Mit dem Bezug von Ökostrom können sie den ersten Schritt machen. Verfügt ein Unternehmen über eigene Gebäude oder Gelände, bietet sich die Stromerzeugung für den eigenen Bedarf mit einer Photovoltaikanlage an. 


Reduzierung des Energieverbrauchs

Naheliegend sind auch Maßnahmen zur Reduzierung des Energieverbrauchs und zur Steigerung der Energieeffizienz. Es gilt, das eigene Potential zu erkennen und auszuschöpfen. Energieeffizienz-Netzwerke helfen Unternehmen dabei, auch neue Potentiale zu erschließen. Unter der Anleitung eines Moderators und eines Energieberaters lernen die beteiligten Unternehmen voneinander und können neue Wege finden, den eigenen Energieverbrauch und die Emissionen zu reduzieren. 


Die Netzwerke sind in der Initiative Energieeffizienz- und Klimaschutz-Netzwerke der deutschen Wirtschaft organisiert. Mittlerweile spielt der Klimaschutz und der Weg zu einem klimaneutralen Unternehmen in der Netzwerkarbeit eine große Rolle. Darunter fallen auch die unterschiedlichen Bereiche – von der Einbeziehung der Mitarbeiter bis zur Reduzierung der Emissionen im Fuhrpark und der Logistik.


Emissionen der Lieferanten betrachten

Wenn Unternehmen mit dem Ziel der Klimaneutralität die eigenen Emissionen reduzieren, müssen sie sich auch mit den Emissionen befassen, die sie nicht direkt beeinflussen können. Dazu gehören die eingekaufte Energie für Strom, Wärme, Kälte und Dampf. Es gilt, nicht nur auf den Preis zu schauen, auch die Emissionen müssen in die Entscheidung für den richtigen Lieferanten einbezogen werden. In weiteren Schritten geht es um die Berücksichtigung der CO2-Emissionen der Lieferanten und die Folgen der eigenen Produkte. Dazu gehören ihre Ressourcen und deren Abbau, der Transport von Ausgangsmaterialien und fertigen Produkten. 


Gesamte unternehmerische Tätigkeit betrachten

Es ist außerdem notwendig, die Folgen der übrigen unternehmerischen Tätigkeiten zu betrachten. Dazu gehören u. a. die Auswirkungen von Geschäftsreisen, des Fuhrparks und der gemieteten Gebäude. Die Pandemie zeigt, dass sich viele Geschäftsreisen durch Videokonferenzen ersetzen lassen. Für einen klimafreundlichen Fuhrpark gibt es staatliche Fördermittel und steuerliche Vergünstigungen.


Als letzter Schritt zum klimaneutralen Unternehmen können die nicht vermiedenen Emissionen ausgeglichen werden. Dieser Anteil sollte aber mit der Zeit verringert werden, um wirkliche Klimaneutralität zu erreichen.


Der vollständige Text ist am 12.05.2021 im Original bei energynet.de erschienen.


Über Andreas Kuehl

Kuehl

Content Manager, Online Marketing, Social Media, Gebäudeenergie, Energieeffizienz und Erneuerbare Energien Experte für klimaneutrale Gebäude und Quartiere, Mieterstrom, Energieeffizienz, Erneuerbare Energien, Energiespeicher und Innovationen für die umfassende Energiewende. Content-Spezialist für Unternehmen aus den Bereichen Energiewende, klimaneutrale Gebäude und Nachhaltigkeit.


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