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Reduzierung der Emissionen aus der Zement- und Stahlherstellung

26. Mai 2020 von Dusan Jakovljevic
Reduzierung der Emissionen aus der Zement- und Stahlherstellung

Elektrizität ist bemerkenswert vielseitig in Bezug auf ihre Verwendungsmöglichkeiten, aber einige industrielle Prozesse werden unabhängig von Europas allgemeiner Dekarbonisierungsstrategie nur schwer zu dekarbonisieren sein. Insbesondere die Zement-, Stahl- und Kunststoffherstellung stellt eine große Herausforderung dar. Der Großteil der Zementemissionen in einer modernen Produktionsanlage sind zum Beispiel sogenannte "Prozessemissionen", die direkt aus den beteiligten chemischen Reaktionen stammen, und fossile Brennstoffe sind Teil der Rohstoffe, die zur Herstellung von Stahl und Kunststoffen verwendet werden.

 

 

 

Die Tatsache, dass diese Sektoren schwer zu dekarbonisieren sein werden, bedeutet jedoch keineswegs, dass eine Elektrifizierung nicht sinnvoll ist, wo sie möglich ist, und in der Tat können auch diese Prozesse durch bestehende elektrische Technologie teilweise dekarbonisiert werden. Die Elektrifizierung von Industrieprozessen unterstützt auch die Entwicklung und Anwendung von fortschrittlichem Energiemanagement.

 

Die Emissionen der Zementherstellung könnten beispielsweise um bis zu 40 % reduziert werden, indem die derzeit mit fossilen Brennstoffen betriebenen Wärmeprozesse elektrifiziert werden[1] und die Emissionen der Stahlherstellung könnten um 80 % oder mehr reduziert werden, indem Produktionsprozesse übernommen werden, die bereits kommerziell eingesetzt werden (Circored®).[2] Folglich kann Elektrizität immer noch eine potenziell nützliche Rolle bei der Dekarbonisierung von schwer zu behandelnden Industriesektoren spielen.

 

 

 

[1] Bellona, "An Industry Guide to Climate Action", 2018, 15, network.bellona.org/content/uploads/sites/3/2018/11/Industry-Report-Web.pdf.

 

[2] Bellona, 9.

 

 

 


Über Dusan Jakovljevic

Jakovljevic

Dusan Jakovljevic ist Mitbegründer und Direktor für Politik und Kommunikation von Energy Efficiency in Industrial Processes (EEIP). Ausgebildet an der London School of Economics, arbeitet Dusan Jakovljevic seit 1999 in London und Brüssel im Bereich EU Public Affairs und Energiepolitik. Als Befürworter einer möglichst breiten Zusammenarbeit zwischen den Akteuren der Energiewende unterstützt Dusan über 40 Verbände bei Tw4SE (Twitter for Sustainable Energy) und ist der Engagement-Experte bei DecarbEurope (EEIP ist eines von über 20 Mitgliedern).


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