Sommerzeit ist Installationszeit

30. August 2021 von Corinna Barnstedt
Sommerzeit ist Installationszeit

Ingenieure nutzen die Sommerpause, um ein neues Wärmerückgewinnungssystem einzuführen. Der ETEKINA-Wärmerohr-Wärmetauscher (HPHE), der für einen der Öfen entwickelt wurde, ist voll funktionsfähig und der Prototyp ist für energieintensive Industrien bestimmt. Die Technologie kann auch für andere Industrien mit hohem Energie- und Wärmebedarf angepasst werden. Die Anlage kann als erfolgreiches Innovationsprojekt und als erster Schritt gesehen werden, um ähnliche industrielle Prozesse energieeffizienter zu gestalten. Regelmäßige Updates finden Sie unter www.etekina.eu. Bei Europas größtem Werkzeug- und Spezialstahlhersteller in den slowenischen Bergen sind 70 Öfen in Betrieb. Fouad Al-Mansour: "Wir haben mit der Anlage fast 60 % der gesamten Abwärme des Abgasstroms zurückgewonnen."

Das Wärmerückgewinnungskonzept birgt für den Stahlhersteller SIJ Metal Ravne das Potenzial für enorme Energieeinsparungen und eine Verringerung der Treibhausgasemissionen: "Wir werden bald weitere, bisher ungenutzte Potenziale dieser Technologie untersuchen.


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Ingenieure nutzen die Sommerpause zur Einführung eines neuen Wärmerückgewinnungssystems

 

In diesem Sommer, als Millionen von Europäern in ihren ersten Urlaub seit Beginn der Pandemie aufbrachen, packte auch Prof. Hussam Jouhara seine Koffer und verließ seine Labors an der Brunel University London. Doch sein Ziel war nicht ein Strand am Mittelmeer, sondern SIJ Metal Ravne, einer der größten Werkzeug- und Spezialstahlhersteller Europas in den slowenischen Bergen.

 

"Für SIJ Metal Ravne sind die ersten beiden Augustwochen eine Wartungspause, in der viele unserer Öfen abgeschaltet sind", erklärt Kristijan Plesnik, Leiter der Investitionsabteilung des Unternehmens. Als dieses Wartungsfenster fast vorbei war, kam Professor Jouhara, um die Inbetriebnahme der ETEKINA-Wärmerohr-Wärmetauscher (HPHE) zu überwachen, die er für einen der Öfen entworfen hatte. Das Gerät ist ein voll funktionsfähiger und maßstabsgetreuer Prototyp, der für energieintensive Industrien, wie z. B. einen Stahlhersteller, bestimmt ist, aber die Technologie kann auch für andere Industrien mit hohem Energie- und Wärmebedarf angepasst werden.

 

Fouad Al-Mansour vom Jožef-Stefan-Institut in Ljubljana, der Hauptstadt Sloweniens, hat den Prozess der Installation der HPHE unterstützt und erklärt das Konzept: "Das System zur Nutzung der überschüssigen Wärme in Metal Ravne besteht aus zwei miteinander verbundenen Abschnitten. Der erste Abschnitt erhöht die Temperatur der Verbrennungsluft im Ofen selbst, während der zweite Abschnitt Wasser erhitzt, das für die Raumheizung und das Sanitärwasser der nahe gelegenen Bürogebäude bestimmt ist."

 

In den Berechnungen von Fouad Al-Mansour und Hussam Jouhara wurde eine Wärmerückgewinnungsrate von 47 % vorausgesagt, aber würde diese auch erreicht werden, wenn die Anlage in Betrieb ist? Die ersten Messungen direkt nach der Inbetriebnahme der Anlage sind in der Tat sehr vielversprechend. " Wir haben mit der Anlage fast 60 % der gesamten Abwärme im Abgasstrom zurückgewonnen", sagt Prof. Jouhara, und das ist nicht die einzige gute Nachricht: "Das installierte System stört den Prozess nicht, was bei jeder Abwärmerückgewinnungsanlage von größter Bedeutung ist, so dass wir alle stolz auf diese gemeinsame Leistung sein können."

 

Fouad Al-Mansour und die Ingenieure von SIJ Metal Ravne werden nun in den kommenden Monaten weitere Daten sammeln, um zu sehen, wie sich die saisonalen Effekte auf die Rückgewinnungsrate auswirken können. Doch schon heute kann diese Anlage als erfolgreiches Innovationsprojekt und als erster Schritt zur Steigerung der Energieeffizienz ähnlicher Industrieprozesse angesehen werden. " Die Installation dieses ersten ETEKINA-Systems eröffnet Möglichkeiten für die Anpassung der Technologie an andere Prozesse, entweder bei Metal Ravne oder in anderen Unternehmen", sagt Fouad Al-Mansour und wird von Alojz Buhvald, Executive Director für Stahlverarbeitung bei dem Stahlunternehmen, unterstützt: "In der Tat. Gemeinsam mit unseren Partnern von der Brunel University London und dem Jožef Štefan Institute werden wir in Kürze weitere bisher ungenutzte Ressourcenpotenziale in unserer Produktion untersuchen." Mit insgesamt 70 Öfen, die derzeit im Unternehmen in Betrieb sind, hat das Wärmerückgewinnungskonzept von ETEKINA das Potenzial für enorme Energieeinsparungen und gleichzeitig eine erhebliche Verringerung der Treibhausgasemissionen für SIJ Metal Ravne oder jeden, der diese Technologie in größerem Maßstab anwendet.

 

ETEKINA ist ein von der Europäischen Kommission kofinanziertes Horizon 2020 Innovationsprojekt. Regelmäßige Updates finden Sie unterwww.etekina.eu.